Buchhalterische und steuerliche Konsequenzen der zu erwartenden Wechselkursänderungen

29. Mai 2017

Im April 2017 hat die Tschechische Nationalbank (CNB) nach mehr als 3 Jahren ihre Interventionen auf dem Geldmarkt eingestellt.  Der Wechselkurs der tschechischen Krone wird somit relativ freien Schwankungen unterliegen, wobei tendenziell eine Stärkung der Landeswährung erwartet wird.

Die vorstehend beschriebene Situation könnte im Weiteren zu Kursgewinnen bzw. -verlusten führen, je nach der Situation des einzelnen Steuerzahlers und seiner Risikolage im Bereich Fremdwährungskonversion.  Diese Kursgewinne bzw. -verluste wiederum können buchhalterische und steuerliche Konsequenzen haben.

Konkret können denjenigen Steuerzahlern, die eine Fremdfinanzierung in Fremdwährung aufgenommen haben, wesentliche Kursgewinne ins Haus stehen, während diejenigen, die über größere Forderungen in Fremdwährung verfügen, wahrscheinlich mit Kursverlusten zu rechnen haben.  Im Regelfall würden diese Wechselkurseffekte in die Gewinn- u. Verlustrechnung eingehen und somit den handelsrechtlichen Gewinn der laufenden Periode (und, was wesentlich ist, die Steuerbemessungsgrundlage) des Steuerzahlers beeinflussen.

Zur Eliminierung der potenziell negativen Auswirkungen des Vorstehenden für buchhalterische und steuerliche Zwecke lässt sich über das sog. Hedge-Accounting nachdenken.  Der Begriff bezeichnet eine bestimmte Bilanzierungsmethode, die in einer Situation angewandt werden kann, wo eine natürliche Absicherung gegen Kursrisiken vorkommt (z.B. im Falle einer Immobiliengesellschaft, die ein langfristiges Bankdarlehen in EUR aufgenommen hat und zugleich regelmäßige Mietzinseinkünfte, ebenfalls in EUR, bezieht).

Beim Hedge-Accounting werden nicht realisierte Kursschwankungen nicht erfolgswirksam in die Gewinn und Verlustrechnung gebucht, sondern erfolgsneutral direkt ins Eigenkapital.  Damit bildet diese Methode den laufenden Gewinn insofern getreuer ab, als dieser Gewinn nicht von Neubewertungen von Bilanzpositionen im Zuge von Wechselkursschwankungen beeinflusst wird.  Auch die Besteuerung solcher nicht realisierte Kursverluste und –gewinne kann somit vermieden werden.

Wer ein Hedge-Accounting anwenden möchte, muss eine umfassende Dokumentation aufstellen, in der die gedeckten Risiken, die Sicherungsstrategien und die gewählten Instrumente beschrieben sind.  Außerdem muss die Wirksamkeit der Sicherung sowohl prospektiv wie auch retrospektiv nachgewiesen werden.  Wir haben für viele unserer Klienten erfolgreich Sicherungsbilanzierungsmechanismen entworfen und umgesetzt – falls dies auch für Sie interessant ist, würden wir Sie gerne in dieser Hinsicht beraten.

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